Es gibt heute verschiedene wirksame Möglichkeiten, gegen Haarausfall etwas zu tun. Die wichtigsten sind:

Hemmung der Ausfallmechanismen

Stimulierung neuen Haarwuchses

Beseitigung begleitender Hauterscheinungen, vor allem von Schuppen
Sicherstellung einer ausreichenden Zufuhr von wichtigen Haaraufbaustoffen

Diesen einzelnen Möglichkeiten müssen wir uns widmen, um zu einer optimalen Lösung des Haarausfallproblem zu kommen.

Finasterid (Handelsname: Propecia)

Finasterid, der Wirkstoff von Propecia®, ist ein Steroidabkömmling und ein spezifischer Hemmstoff des Typs II der 5 Alpha-Reduktase, das Enzym, das die Umwandlung von Androgentestosteron in Dihydrotestosteron (DHT) vornimmt. In dieser Weise hilft Propecia® gegen die fortsetzte Verkleinerung von bestehenden Haar-Follikeln und in der Verstärkung von verkleinerten Haar-Follikel zu echten Haaren.

Ursprünglich wurde Finasterid nur bei der gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt. Bei Patienten, die das Medikament Proscar® mit 5mg Finasterid am Tage zu sich nahmen, zeigten sich positive Auswirkungen auf den Haarwuchs. Studien für die Indikation Haarausfall wurden unternommen und man brachte den Wirkstoff in einer kleineren Dosis (1 mg) unter dem Namen Propecia® auf den Markt .

Seit 1999 ist Propecia® in Deutschland als Medikament gegen den androgenetischen Haarausfall bei Männern zugelassen. Die Tablette wird einmal pro Tag oral eingenommen. Wie Regaine® muss Propecia® für eine Periode von 3-6 Monaten angewendet werden, um einen Erfolg zu sehen. Die Behandlung muss kontinuierlich weitergeführt werden. Die Anwendungskosten sind relativ hoch: 28 Tabletten kosten in deutschen Apotheken 59,51 ?, 98 Tabletten 199,50 ?. Selten ist mit Nebenwirkungen wie reduzierte Libido (Lustempfinden) und Potenzstörungen zu rechnen.

Propecia® ist NICHT zur Anwendung bei Frauen geeignet, da zum einen bei einer Handhabung des Medikamentes durch schwangere oder im gebärfähigen Alter sich befindenden Frauen eine Fötenschädigung nicht ausgeschlossen werden kann, zum anderen eine positive Wirkung für den hormonellem Haarausfall bei Frauen nicht nachgewiesen werden konnte. Auch sollte von einer Verwendung des Präparates bei Männern vor dem Erwachsenenalter Abstand genommen werden, da DHT bei der Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale eine Rolle spielt.

Propecia® ist kein "Wundermittel". Bei einer vollausgeprägten Glatze oder in den sog. "Geheimratsecken" sind Erfolge nur schwer zu erzielen; jedoch ist es bei leichtem und mittelschwerem Haarausfall eine Therapieoption, mit der Chance, zumindest den Haarausfall zu stoppen.

Minoxidil (Handelsname: Regaine)

Als "Nebenwirkung" dieses eigentlich als Blutdruckmittel entwickelten Präparates tritt bei Einnahme relativ häufig Haarwuchs (bei oraler Aufnahme in weniger als 10 % "schwerwiegend") auf, der auch zu einer Arzneimittelzulassung für diese Indikation zur äußerlichen Anwendung in anderen Ländern und jetzt - nach vielen Jahren - auch in Deutschland geführt hat.

Minoxidil ist in topischer Form das am meisten angewendete Produkt in den Vereinigten Staaten. Es scheint durch schrittweises Vergrößern der Haare zu arbeiten und Haar-Follikel, die zu schrumpfen begonnen haben, zu verlängern. Als Wirkmechanismus wird dabei eine Förderung der versorgenden Gefäße angenommen.

Es ist notwendig, Minoxidil für 3-4 Monate zu verwenden, um einen Beweis von Wachstum; und bis zu 6 Monate für eine richtige Abschätzung über den Effekt zu bekommen. Minoxidil muss dauerhaft angewendet werden, sonst geht das Haar innerhalb von 3 Monaten wieder zurück.

Das größte deutschsprachige Informationsangebot finden Sie bei  www.alopezie.de.Dort gibt es auch ein großes Diskussionsforum, wo täglich Betroffene Ihre Probleme und Lösungsideen austauschen und diskutieren.